Innerhalb von rund drei Jahren hat sich das Bild am deutschen Vaping-Markt spürbar verschoben. Für 2022 wurde der Umsatzanteil der Einweg Geräte am Gesamtmarkt auf rund 40 Prozent beziffert, für 2025 liegt die Schätzung bei etwa 10 Prozent. Dieser Beitrag ordnet die berichteten Zahlen zu Einweg Vapes in Deutschland ein, benennt zu jeder Zahl die Quelle samt Quellentyp und gibt die in den Berichten genannten Gründe für den Rückgang wieder. Er ist ein Marktbericht und keine Bewertung einzelner Produktgruppen.

Die Zahlen: Umsatzanteil der Einweg Geräte 2022 bis 2025
Die folgende Tabelle fasst den berichteten Umsatzanteil der Einweg Geräte am deutschen E-Zigaretten-Markt zusammen. Zu jeder Zahl ist die Quelle mit ihrem Quellentyp genannt. Der Branchenverband BfTG ist eine Interessenvertretung von Händlern und Herstellern und keine neutrale Statistikstelle. Eine amtliche Statistik zu diesem Anteil liegt nicht vor.
| Jahr | Umsatzanteil Einweg Geräte | Quelle (mit Quellentyp) |
|---|---|---|
| 2022 | rund 40 Prozent | Branchenverband BfTG (Anteil am Gesamtumsatz) |
| 2023 | rund 30 Prozent | Branchenverband BfTG (Anteil am Gesamtumsatz) |
| 2024 | rund 15 Prozent | Presse-Bericht (Stern), nach Angaben des Branchenverbands BfTG |
| 2025 | rund 10 Prozent (Schätzung) | Ärztliche Fachpublikation (Deutsches Ärzteblatt), nach Angaben des Branchenverbands BfTG |
Methoden-Vorbehalt. Die vier Werte stammen aus vier verschiedenen Veröffentlichungen. Die Zahlen für 2022 und 2023 nennt der Branchenverband BfTG selbst als Anteil am Gesamtumsatz. Die Werte für 2024 und 2025 werden in einem Presse-Bericht und in einer ärztlichen Fachpublikation wiedergegeben und gehen ebenfalls auf Angaben und Schätzungen desselben Verbands zurück, teils als Anteil am legalen Vaping-Markt, teils als Umsatzanteil. Der Wert für 2025 ist ausdrücklich als Schätzung des Verbands gekennzeichnet. Weil die Angaben aus unterschiedlichen Quellen mit teils unterschiedlicher Bezugsbasis stammen, sind sie nur eingeschränkt vergleichbar. Die Tabelle bildet damit eine berichtete Entwicklung ab und keine einheitlich erhobene Zeitreihe.
Ein Hinweis zur Zahl für 2023: Die Veröffentlichung des Verbands zu diesem Jahr trägt im Titel die Angabe eines Marktwachstums von mehr als 40 Prozent. Diese Zahl beschreibt das Wachstum des gesamten E-Zigaretten-Markts gegenüber dem Vorjahr und nicht den Anteil der Einweg Geräte. Der in derselben Veröffentlichung genannte Anteil der Einweg Geräte am Umsatz lag 2023 bei rund 30 Prozent. Wachstum und Anteil sind hier zwei getrennte Größen.
Warum der Anteil zurückgeht: die belegten Treiber
In den herangezogenen Berichten werden mehrere Gründe für den sinkenden Anteil genannt. Sie werden hier als berichtete und belegte Markttreiber wiedergegeben und nicht als eigene Bewertung des Online-Shops.
- Regulatorischer Druck und Verbots-Debatte: In Politik und Verwaltung wird über Beschränkungen bis hin zu einem Verbot von Einweg Geräten diskutiert. Die Rechtslage und den Stand dieser Debatte behandelt der Beitrag Einweg E-Zigarette Verbot. Der vorliegende Beitrag betrachtet die Marktzahlen und nicht die Rechtslage.
- EU-Batterieverordnung: Die Verordnung (EU) 2023/1542 über Batterien verlangt, dass in Geräte eingebaute Batterien vom Endnutzer entfernt und ausgetauscht werden können. Diese Anforderung richtet sich an die Hersteller und gilt ab dem 18. Februar 2027. Fest verbaute, nicht entnehmbare Akkus, wie sie in vielen Einweg Geräten verwendet werden, stehen im Widerspruch zu dieser Vorgabe.
- Umwelt- und Brandproblematik: Einweg Geräte enthalten fest verbaute Lithium-Ionen-Akkus. Landen sie im Restmüll, können sie in Sortier- und Entsorgungsanlagen Brände auslösen und binden Rohstoffe. Aus diesem Grund gelten für Händler seit 2026 Rücknahmepflichten. Die Hintergründe fasst die Pressemitteilung des Bundesumweltministeriums zusammen. Die Rücknahme im Detail behandelt der Beitrag Rücknahmepflicht für E-Zigaretten.
- Kostenstruktur: Bei Mehrweggeräten fallen nach dem Kauf des Geräts Kosten für Liquid und Verschleißteile an. Bei Einweg Geräten fällt mit jedem neuen Gerät der volle Gerätepreis erneut an. Dies ist eine Beschreibung der beiden Kostenstrukturen und keine Wertung.
- Nachfrageverschiebung zu Pod Systemen: Nach Angaben von Branchenvertretern verschiebt sich die Nachfrage in Richtung nachfüllbarer Pod Systeme. Einzelne Hersteller haben angekündigt, den Verkauf von Einweg Produkten zu beenden und stattdessen wiederverwendbare Systeme anzubieten.
Wohin sich der Markt entwickelt: der Ausblick
Der folgende Abschnitt ist ausdrücklich eine Einschätzung und keine gesicherte Prognose. Er stützt sich auf die zuvor genannten, belegten Treiber. Bestehen die regulatorischen Vorgaben fort und greift die Anforderung der EU-Batterieverordnung im Jahr 2027, so spricht die berichtete Entwicklung dafür, dass der Anteil fest verbauter Einweg Geräte weiter zurückgeht. Konkrete künftige Zahlen werden hier nicht genannt, weil dafür keine belastbare Grundlage vorliegt. Der Branchenverband selbst bezeichnet seinen Wert für 2025 als Schätzung. Wie sich der Anteil tatsächlich entwickelt, hängt unter anderem vom weiteren Verlauf der Verbots-Debatte und von der Umsetzung der Batterieverordnung ab.
Was Pod Systeme technisch anders machen
Dieser Abschnitt beschreibt die Technik der Pod Systeme sachlich und ohne Wertung. Ein Pod System ist ein nachfüllbares Gerät mit einem wiederverwendbaren Akku, der über einen Anschluss geladen wird. Das Liquid befindet sich in einem Pod, der entweder mit Liquid befüllt oder als vorbefüllter Pod gewechselt wird. Der Verdampferkopf, der Coil, ist ein Verschleißteil und wird in Abständen ersetzt. Beim Einweg Gerät sind Akku, Liquid und Verdampfer fest in einer Einheit verbaut und werden gemeinsam entsorgt, wenn das Liquid verbraucht oder der Akku leer ist. Die technischen Grundlagen erläutern die Beiträge Wie funktioniert eine E-Zigarette und E-Zigarette für Einsteiger.
Häufig gestellte Fragen
- Warum wechseln immer mehr von der Einweg E-Zigarette zum Pod System? Als Gründe werden in den Berichten regulatorischer Druck und die Verbots-Debatte, die Anforderung der EU-Batterieverordnung ab 2027, die Umwelt- und Brandproblematik der fest verbauten Akkus, die Kostenstruktur der beiden Systeme und eine berichtete Nachfrageverschiebung genannt. Dieser Beitrag gibt diese Gründe wieder und spricht keine Empfehlung aus.
- Wie hoch ist der Anteil der Einweg Geräte noch? Für 2025 nennt der Branchenverband BfTG einen geschätzten Umsatzanteil von rund 10 Prozent. Für 2022 lag der berichtete Wert bei rund 40 Prozent.
- Werden Einweg Vapes verboten? Über Beschränkungen bis hin zu einem Verbot wird diskutiert. Den Stand der Rechtslage und der Debatte behandelt der Beitrag Einweg E-Zigarette Verbot.
- Was ändert die EU-Batterieverordnung? Die Verordnung (EU) 2023/1542 verlangt, dass in Geräte eingebaute Batterien vom Endnutzer entfernt und ausgetauscht werden können. Diese Anforderung gilt ab dem 18. Februar 2027 und richtet sich an die Hersteller. Fest verbaute Akkus sind mit dieser Vorgabe nicht vereinbar.
