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Liquidsteuer 2026 – Was Dampfer jetzt wissen müssen

Zum 1. Januar 2026 wurde die Steuer für Liquids in Deutschland weiter angehoben. Von diesem Anstieg sind wirklich alle betroffen, die dampfen, egal ob mit oder ohne Nikotin. Dieser Artikel erklärt die Liquidsteuer, mögliche Preiseffekte und die Auswirkungen im Alltag.

Liquidsteuer 2026 für E-Liquids

Worum geht es bei der Liquidsteuer 2026?

Die sogenannte Liquidsteuer ist keine eigene Steuerart, sondern Teil der Tabaksteuer. Seit dem 1. Juli 2022 werden Flüssigkeiten, die zum Verdampfen in E-Zigaretten bestimmt sind, als sogenannte Substitute für Tabakwaren besteuert. Die gesetzliche Grundlage ist das Tabaksteuergesetz in der Fassung des Tabaksteuermodernisierungsgesetzes (TabStMoG) aus dem Jahr 2021.

Wichtig ist dabei eine Besonderheit, die viele anfangs nicht auf dem Schirm hatten: Die Steuer unterscheidet nicht zwischen nikotinhaltigen und nikotinfreien Produkten. Entscheidend sind das Volumen in Millilitern und die Zweckbestimmung zum Dampfen, nicht der Nikotingehalt.

Warum macht der Staat das? Kurz gesagt: Es geht um eine Mischung aus Einnahmen und politischer Lenkung. Höhere Preise sollen Konsum beeinflussen und gleichzeitig fließt die Steuer in den Bundeshaushalt. In der Praxis trifft es vor allem Menschen, die regelmäßig Liquid verbrauchen, und die ganze Infrastruktur rund ums Mischen und Abfüllen.

Wie sich die Steuer im Laufe der Jahre konkret entwickelt hat, zeigen wir im nächsten Abschnitt auf.

Steuerstufen 2022 bis 2026

 

ZeitraumSteuer pro mlSteuer pro 10 ml
01.07.2022 bis 31.12.20230,16 €1,60 €
01.01.2024 bis 31.12.20240,20 €2,00 €
01.01.2025 bis 31.12.20250,26 €2,60 €
ab 01.01.20260,32 €3,20 €
ab 01.01.2027 (geplant)0,33 €3,30 €
ab 01.01.2028 (geplant)0,34 €3,40 €
ab 01.01.2029 (geplant)0,35 €3,50 €
ab 01.01.2030 (geplant)0,36 €3,60 €

Unterm Strich hat sich die Steuer für E-Zigaretten Flüssigkeiten von 2022 (16 Cent pro ml) bis 2026 (32 Cent pro ml) verdoppelt. Das sind 100 Prozent Steigerung in vier Jahren, und das spürt man: 2026 fallen pro 10 ml Flasche 1,60 € mehr Steuer an als 2022.

Wie viel teurer wird Dampfen 2026 konkret? Ein Praxisbeispiel

Wir erleben oft, dass viele unserer Kunden beim Thema Steuer zuerst an riesige Preissprünge denken. Realistisch ist es etwas nüchterner: Bei klassischen 10 ml Flaschen ist die Erhöhung pro Kauf nicht dramatisch. Trotzdem summiert es sich, weil Dampfen ein regelmäßiger Verbrauch ist.

Rechenbeispiel für 10 ml Liquid

Hier geht es nur konkret um den Steuerblock, also Liquidsteuer plus Mehrwertsteuer auf diesen Steueranteil. Der restliche Preis, also Herstellung, Handel, Transport und Marge, kommt obendrauf und kann je nach Marke stark schwanken.

  • 2025: Steuer 2,60 €, mit 19 Prozent MwSt. auf den Steueranteil ca. 3,09 €
  • 2026: Steuer 3,20 €, mit 19 Prozent MwSt. auf den Steueranteil ca. 3,81 €

Somit werden Liquids im Jahr 2026 in der 10 ml Flasche um 0,72 € teurer als im Vorjahr 2025. Das klingt nach wenig, und für den Einzelkauf stimmt das auch. Der Effekt entsteht über Zeit und Menge.

Rechenbeispiel für größere Mengen

Wenn man die Mehrbelastung von rund 0,72 € pro 10 ml als grobe Faustregel nimmt, sieht es so aus:

MengeMehrkosten durch Steuerblock (ca.)
1 mal 10 ml0,72 €
5 mal 10 ml3,60 €
10 mal 10 ml7,20 €

Für die Alltagseinordnung ist eine einfache Verbrauchsrechnung hilfreicher. Viele Dampfer liegen irgendwo zwischen 30 und 120 ml pro Monat, je nach Gerät, Zugtechnik und Nikotinstärke.

  • 50 ml pro Monat entsprechen 600 ml im Jahr, das sind 60 mal 10 ml. 60 mal 0,72 € sind ca. 43,20 € Mehrkosten pro Jahr allein durch den Steuerblock.
  • 120 ml pro Monat entsprechen 1.440 ml im Jahr, das sind 144 mal 10 ml. 144 mal 0,72 € sind ca. 103,68 € Mehrkosten pro Jahr allein durch den Steuerblock.

Obwohl die Steuererhöhung bei einem einzelnen Kauf kaum auffällt, kann diese dennoch bei Regelmäßigkeit auf den Geldbeutel drücken.

Warum steigt die Steuer für Liquids überhaupt?

Im 2021 verabschiedeten Tabaksteuermodernisierungsgesetz ist die Erhöhung als Stufenmodell festgelegt. Das wirkt planbar, aber die Gründe dahinter sind politisch und wirtschaftlich.

Grund 1: Steuerharmonisierung und Annäherung an Tabak

Deutschland hat Liquids als Verbrauchsteuerprodukt in die Tabaksteuer eingeordnet. Hintergrund ist die Einordnung als Tabakwarensubstitut. Vereinfacht gesagt: Liquids sollen steuerlich nicht komplett außerhalb des Tabakbereichs stehen. EU-Rahmen und Diskussionen rund um eine einheitlichere Behandlung spielen dabei im Hintergrund eine Rolle.

Grund 2: Gesundheitspolitik als Lenkungsinstrument

Der Staat nutzt Preise häufig, um Konsum zu beeinflussen. Die Theorie ist einfach: Wenn es teurer wird, konsumieren weniger Menschen oder sie konsumieren weniger. Ob das in der Realität genauso funktioniert, ist eine andere Diskussion, aber als Begründung taucht diese Logik regelmäßig auf. Die Mehreinnahmen sollen dann unter anderem in Präventionsmaßnahmen gesteckt werden.

Grund 3: Staatseinnahmen

Neben der Lenkungswirkung geht es um Einnahmen. Verbrauchsteuern sind aus Sicht des Staates attraktiv, weil sie auf große Mengen verteilt werden und relativ stabil sind. Bei Liquids kommt hinzu, dass die Steuer pro Milliliter sehr leicht zu berechnen und zu kontrollieren ist.

Grund 4: Graduelle Erhöhung statt Schock

Die Erhöhung der Liquidsteuer wurde bewusst in Stufen eingeführt: 2022, 2024, 2025 und 2026. Das sollte der Branche Zeit geben, sich anzupassen, und den Markt nicht in einem Schritt überrollen. Aus Kundensicht wirkte es trotzdem wie ein dauernder Preisdruck, weil die nächste Stufe immer schon feststand.

Wichtig für 2026: Die 0,32 € pro ml sind die letzte Stufe aus dem Tabaksteuermodernisierungsgesetz. Die Bundesregierung hat im Juli 2026 allerdings einen Gesetzentwurf zur Änderung des Tabaksteuergesetzes beschlossen, der vier weitere Stufen vorsieht: 0,33 € pro ml ab 2027, 0,34 € ab 2028, 0,35 € ab 2029 und 0,36 € ab 2030. Pro 10 ml steigt die reine Steuer damit 2027 um 0,10 € und bis 2030 um insgesamt 0,40 €. Das parlamentarische Verfahren läuft noch, die Werte können sich also noch ändern (Stand: September 2026).

Betroffene Produkte

Besteuert werden Flüssigkeiten, die zum Verdampfen bestimmt sind. In der Praxis erkennt man das meist an Aufmachung, Beschreibung, Kategorie und Nutzungshinweisen. Diese Produkte sind auch mit einer entsprechenden Steuerbanderole versehen.

Betroffen sind Flüssigkeiten, die zum Verdampfen in E-Zigaretten bestimmt sind:

  • Liquids, mit und ohne Nikotin
  • Nikotinshots
  • Aromen
  • Shortfills sowie Longfills
  • Basen
  • Vorgefüllte Kartuschen
  • Einweg Vapes

Nicht betroffen sind:

  • Verdampfer, Akkuträger und Hardware allgemein, hier fällt nur die reguläre Mehrwertsteuer an
  • Leere Pods, Coils, Gläser, Ersatzteile
  • Zubehör wie Watte, Draht, Dochte, Werkzeug, Batterien

Was ändert sich für Dampfer?

Für einige Dampfer ändert sich nicht nur steuerlich etwas, sondern auch der Alltag.

Folge 1: Preissprünge zum Jahreswechsel

Viele Shops passen Preise rund um den 1. Januar 2026 an, manche direkt am Stichtag, andere zeitversetzt, weil sie noch Ware mit alter Kalkulation abverkaufen. Beides ist normal. Für einen Überblick empfiehlt sich der Preisvergleich mehrerer Produkte und Marken.

Folge 2: Selbstmischen wird relativ attraktiver

Selbstmischen ist nicht plötzlich viel günstiger. Base, Shots und viele Aromen sind ebenfalls steuerpflichtig, sobald sie als zum Dampfen bestimmt in Verkehr gebracht werden. Der klassische Spareffekt aus der Zeit vor 2022 ist dadurch deutlich kleiner geworden.

Trotzdem wird Selbstmischen für viele wieder interessanter, und zwar aus drei praktischen Gründen:

  • In der Regel sind selbstgemischte Liquids immer noch preisgünstiger als fertig gemischte.
  • Nikotinstärke und Geschmack lassen sich sehr genau abstimmen.
  • Die Auswahl hängt weniger davon ab, welche fertigen Liquids gerade verfügbar sind.

Folge 3: Dampfen bleibt oft günstiger als Rauchen, aber die Spanne wird kleiner

Kostenvergleiche hängen stark vom persönlichen Verbrauch ab. Ein sparsames MTL-Setup (Mouth-to-Lung) mit moderater Liquidmenge kostet im Monat deutlich weniger als ein sehr liquidintensives DL-Setup (Direct-Lung). Das gilt unabhängig von der Steuer, wird aber durch die Besteuerung pro Milliliter sichtbarer.

Als grobe Orientierung aus dem Alltag:

  • Eine Zigarettenschachtel liegt je nach Marke häufig im Bereich von etwa 8 bis 10 Euro und reicht bei vielen etwa einen Tag.
  • Eine 10 ml Flasche Liquid liegt je nach Produkt oft bei etwa 8 bis 10 Euro, kann aber je nach Setup 2 bis 10 Tage reichen.

Häufig gestellte Fragen

  1. Steigt die Steuer nach 2026 noch weiter?
    Sehr wahrscheinlich ja. Mit 0,32 € pro ml ist die letzte Stufe aus dem Tabaksteuermodernisierungsgesetz erreicht. Die Bundesregierung plant aber mit einem neuen Gesetzentwurf jährliche Erhöhungen von 0,33 € pro ml ab 2027 bis auf 0,36 € pro ml ab 2030. Beschlossen ist das noch nicht, die Werte können sich im Gesetzgebungsverfahren noch ändern.
  2. Wie hoch ist die Liquidsteuer 2026?
    Seit dem 1. Januar 2026 beträgt die Tabaksteuer auf Liquid Produkte 0,32 € pro Milliliter. Bei 10 ml sind das 3,20 € Tabaksteuer. Zusätzlich wirkt die Mehrwertsteuer auf den Endpreis, wodurch der Steuerblock pro 10 ml in der Praxis noch höher ausfällt.
  3. Betrifft die Steuer alle Liquids?
    Betroffen sind alle Flüssigkeiten, die zum Verdampfen bestimmt sind, und zwar unabhängig davon, ob Nikotin enthalten ist. Dazu zählen auch nikotinfreie Basen und Aromen sowie Nikotinshots und vorgefüllte Systeme, sofern sie als Dampfprodukte vermarktet werden. Hardware wie Verdampfer, Akkuträger oder Coils fällt nicht unter diese Steuer.
  4. Wie wird die Steuer kontrolliert?
    In Deutschland läuft das über Steuerzeichen, oft als Steuerbanderole bezeichnet, die an verkaufsfertigen Packungen angebracht werden. Hersteller, Importeure und Steuerlagerinhaber führen die Steuer ab und müssen die Ware entsprechend kennzeichnen. Für Kunden ist das ein Indikator, dass ein Produkt regulär in Verkehr gebracht wurde.

 

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